mentoring - erfahrungen teilen
Was ist Mentoring?
Mentoring bedeutet: Eine erfahrene Person begleitet eine weniger erfahrene Person. Sie hilft, sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, Fragen zu klären und Sicherheit zu gewinnen. Im freiwilligen Engagement kann das besonders wichtig sein. Wer neu dabei ist, fragt sich oft: Was sind meine Aufgaben? An wen kann ich mich wenden? Mache ich alles richtig?
Mentor*innen geben Orientierung und stärken das Selbstvertrauen. Vielfach ist auch von Patenschaften die Rede – hier stehen dann weniger formale Ziele im Vordergrund.
Warum ist Mentoring wichtig?
Freiwilliges Engagement lebt von Austausch und Wissen. Viele Herausforderungen lassen sich leichter meistern, wenn jemand mit Erfahrung zur Seite steht. Mentor*innen zeigen neue Wege auf, geben Tipps und helfen, Stolpersteine zu vermeiden. Das fördert nicht nur den Erfolg des Engagements, sondern auch die Freude daran.
Mentoring in der Freiwilligenarbeit
Es gibt verschiedene Formen des Mentorings oder der Patenschaften, je nach Bedarf und Einsatzbereich:
1:1- Mentoring: Mentor*innen teilen ihr Fachwissen, z.B. in Lesepatenschaften, Flüchtlingshilfe oder Jugendarbeit. Neben Fachwissen geht es auch um soziale Kompetenzen. Mentor*innen helfen, sicher aufzutreten, Verantwortung zu übernehmen und Herausforderungen zu meistern. Davon profitieren im besten Fall beide Seiten.
Peer-Mentoring: Freiwillige unterstützen sich gegenseitig. Besonders hilfreich ist das, wenn die Herausforderungen groß sind – etwa in der Arbeit mit traumatisierten Menschen.
Soziale Mentoring-Projekte finden sich in unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Zielgruppen statt:
Mentoring im Bereich Schule-Beruf: Mentor*innen unterstützen als Vorbild oder Begleitung von einer Lebensabschnitt in den nächsten.
Lesementoring: Mentor*innen wecken die Lust am Lesen und lesen gemeinsam mit Schüler*innen.
Mentoring in der Geflüchtetenhilfe: Lokale Freiwillige unterstützen Menschen, die neu angekommen sind.
Freizeitpatenschaften: Freiwillige begleiten z.B. Kinder in ihrem Alltag und verbringen gemeinsame Freizeit zusammen.
Vorteile für alle Beteiligten
Mentoring bringt nicht nur den Mentees etwas – auch Mentor*innen und Organisationen profitieren:
Mentees gewinnen Orientierung, lernen dazu und knüpfen wertvolle Kontakte.
Mentor*innen reflektieren ihr eigenes Wissen, entwickeln neue Perspektiven und erleben Anerkennung.
Organisationen profitieren von engagierten, gut begleiteten Freiwilligen, die länger motiviert bleiben.
Erfolgsfaktoren für gutes Mentoring
Damit Mentoring funktioniert, braucht es bestimmte Rahmenbedingungen:
Ein gute Auswahl, Verknüpfung und Vorbereitung der Teilnehmenden.
Regelmäßiger Austausch und Begleitung: Treffen oder Gespräche helfen, Vertrauen aufzubauen und dranzubleiben.
Klare Erwartungen: Beide Seiten sollten wissen, was sie voneinander erwarten und bieten können. Und wann und wie eine Mentoring-Beziehung endet.
Geduld und Offenheit: Lernen braucht Zeit. Fehler gehören dazu und sind ein wichtiger Teil des Prozesses.
Freude am Miteinander: Mentoring soll motivieren, inspirieren und Spaß machen.
Gerade im Bereich des Mentorings mit Kindern, Jugendlichen oder Geflüchteten ist ein entsprechendes Mentoring-Freiwilligenkonzept unerheblich, um gutes Gelingen und Sicherheit für beide Seiten zu schaffen. Gerne beraten Fachstellen wie das Netzwerk Bremer Patenschaften dazu individuell.
Beispiele aus Bremen
In Bremen gibt es viele Mentoring-Projekte, die das freiwillige Engagement stärken:
Fluchtraum Bremen e.V.: Menschen mit und ohne Fluchterfahrung werden zusammengebracht. Mentor*innen unterstützen minderjährige unbegleitete Geflüchtete dabei, sich in Bremen einzuleben und den Alltag zu meistern.
Balu und Du: Erwachsene begleiten Grundschulkinder, die besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen. Sie verbringen gemeinsam Zeit, spielen, lernen und stärken das Selbstbewusstsein der Kinder.
Netzwerk Bremer Patenschaften
Einen guten Überblick über Bremer Patenschaftsprojekte liefert der Wegweiser „Engagiert in Patenprojekten“ des Netzwerks Bremer Patenschaften, das unter dem Dach der Bremer Freiwilligen-Agentur angesiedelt ist. Hier findest du einen Überblick über rund 20 Projekte in Bremen Stadt. Das 2019 gegründete Netzwerk will Patenschaftsprojekten in Bremen eine größere Öffentlichkeit verschaffen und auf den dringenden Bedarf in nahezu allen Einsatzfeldern hinweisen. Außerdem findet unter den beteiligten Projekten ein reger inhaltlicher Austausch statt.
Dachverband Soziales Mentoring
Der Bundesverband soziales Mentoring ist die Dachorganisation für gemeinnützige Organisationen und andere Akteure in Deutschland, die soziales Mentoring organisieren, stärken und weiterentwickeln. Er versteht sich dabei als bundesweites Netzwerk, als Plattform, Unterstützer:in und Kompetenzzentrum.
Fazit
Mentoring ist ein Gewinn für alle. Es bedeutet gemeinsames Lernen und Erleben oder erleichtert den Einstieg ins Engagement, fördert den Austausch und stärkt die Qualität der Freiwilligenarbeit. Durch persönliche Begleitung entsteht eine wertvolle Verbindung – und manchmal sogar eine Freundschaft fürs Leben.