schutzkonzepte für
organisationen und ehrenamt
Was ist ein Schutzkonzept?
Ein Schutzkonzept ist ein Plan, der Menschen vor Gewalt schützen soll. Sie helfen, Gefahren zu verhindern und festzulegen, wie im Ernstfall richtig gehandelt wird.
Besonders wichtig ist ein Schutzkonzept in Einrichtungen, in denen Kinder, Jugendliche oder andere schutzbedürftige Menschen betreut werden. Aber auch in Vereinen, Organisationen oder der Ehrenamtsarbeit hilft es, sichere Räume zu schaffen.
Warum sind Schutzkonzepte wichtig?
Schutzkonzepte sorgen dafür, dass sich alle in einer Organisation sicher fühlen können. Sie klären darüber auf, wie Gewalt verhindert wird, was zu tun ist, wenn es einen Verdacht gibt, und wie Betroffene Unterstützung bekommen. Sie sind auch gesetzlich vorgeschrieben, zum Beispiel durch das Bundeskinderschutzgesetz (§ 72a SGB VIII).
Welche Bestandteile hat ein Schutzkonzept?
Ein gutes Schutzkonzept besteht aus mehreren Bausteinen:
1. Risikoanalyse
Wo gibt es in der Organisation mögliche Gefahren?
Welche Gruppen sind besonders schutzbedürftig?
2. Prävention (Vorbeugung)
Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche, damit sie sensibilisiert für das Thema sind.
Klare Verhaltensregeln für Mitarbeitende und Ehrenamtliche.
Offene Gespräche und eine Kultur der Achtsamkeit
3. Sichere Strukturen
Einholen von erweiterten Führungszeugnissen bei Mitarbeitenden.
Selbstverpflichtungserklärungen unterschreiben lassen, damit alle sich zu einem respektvollen Umgang bekennen.
4. Handlungsplan für den Ernstfall
Wer ist Ansprechperson bei Verdachtsfällen?
Wie kann sich eine betroffene Person Hilfe holen?
Welche Fachberatungsstellen können unterstützen?
5. Beschwerde- und Meldestellen
Anonyme und direkte Anlaufstellen für Betroffene.
Externe Beratungsmöglichkeiten.
6. Regelmäßige Überprüfung
Schutzkonzepte müssen regelmäßig überprüft und verbessert werden.
Feedback von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen hilft, Lücken zu schließen.
Beispiele aus der Praxis
Kirchliche Organisationen müssen Schutzkonzepte haben und regelmäßig anpassen.
Migrantische Initiativen setzen Schutzkonzepte ein, um sich vor Diskriminierung und Gewalt zu schützen.
Queere Bildungsprojekte berücksichtigen in ihren Schutzkonzepten besonders die Bedürfnisse von LSBTIAQ+ Personen.
Warum sind Schutzkonzepte im Ehrenamt wichtig?
Auch in der Freiwilligenarbeit gibt es viele Situationen, in denen Schutzkonzepte nötig sind. Ehrenamtliche arbeiten oft mit Kindern, Geflüchteten oder Menschen mit Behinderung. Sie brauchen klare Regeln und Ansprechpersonen, damit sie wissen, wie sie sich selbst und andere schützen können.
Fazit
Schutzkonzepte helfen dabei, Gewalt vorzubeugen und Betroffene zu schützen. Jede Organisation, die mit Menschen arbeitet, sollte ein Schutzkonzept haben, es regelmäßig anpassen und sicherstellen, dass alle Beteiligten gut informiert sind. Nur so kann ein sicheres und respektvolles Umfeld geschaffen werden.
Weiterführende Informationen
Musterkonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt der Evangelischen Landeskirche in Baden [download]
Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt
(QB - Queere Bildung) [download]
Notfall-Karte für Kontaktdaten im Fall eines Vorfalls
(Vordruck der DSEE) [download]
Broschüre: Schutz vor sexualisierter Gewalt in Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, Psychiatrie, Suchthilfe, Straffälligenhilfe, Wohnungslosenhilfe und Selbsthilfe
(Der Paritätische Gesamtverband e. V.) [download]